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Ayka ist eine kirgisische Arbeitsmig-rantin in Moskau. Ihre Arbeitsbewil-ligung ist abgelaufen. Die Arbeit für Migranten ist hart, für sie als Frau besonders. In dieser Situation be-kommt Ayka ein Kind. Aus Verzweif-lung lässt sie ihr Neugeborenes im Geburtshaus zurück. Ihr Alltag ist auch so bereits eine unglaubliche He-rausforderung: Die Unterkunft an Moskaus Peripherie ist eng, dunkel, laut, vollgestopft mit illegal einge-wanderten Menschen aus Kirgisis-tan. Ihr alter Job ist weg, bei ihrem neuen wird sie um ihren Lohn betro-gen. Aber Ayka braucht Geld, sie ist verschuldet, ihre Gläubiger sind un-erbittlich. Der winterliche Moloch Moskau wird für sie zum lebensge-fährlichen Trip. Dvortsevoy widmet sich dieser unver-gesslichen Frauenfigur, gespielt von der großartigen Samal Yeslyamova, stellvertretend für all die Vergessenen „ganz unten“. Die Kamera folgt Ayka so hautnah, als wolle sie streichelnd Trost spenden. Zugleich zeichnet Dvortsevoy eine Gesellschaft, in der das Leben einzelner Hunde mehr Wert ist als das eines Menschen. Bis Aykas Schmerz sich in Tränen entleert, ver-gehen rund 100 Minuten einer schier unvorstellbaren „Normalität“.