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Eine Inszenierung des Moskauer Zentrums für Regie und Dramaturgie Werkstatt auf der Begowaja Nr. 6 / Theatergastspiel im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres 2012/13 / In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Dauer: 30 Minuten

Eine szenische Skizze von Wera Popowa nach Nabokows berühmtem Roman Gelächter im Dunkel mit den Studenten der Werkstatt auf der Begowaja Nr. 6, Moskau. Nabokows Roman spielt im Künstlermilieu. Albinus, ein verheirateter wohlhabender Bildrestaurator um die dreißig, verliebt sich in die noch nicht achtzehnjährige Margot, eine gerissene Göre, die ihn schamlos ausnutzt. Als sie auf ihren früheren Geliebten Rex trifft, einen berühmten aber armen Künstler, treiben sie ein böses Spiel mit Albinus.
Im Russischen heißt der Roman Camera Obscura. Das ist eine dunkle Kammer, in die durch ein Loch, in welches eine Linse angebracht sein kann, ein Lichtstrahl fällt und so auf der gegenüberliegenden Seite ein spielgelverkehrtes Abbild projeziert wird, welches auf dem Kopf steht. In gewisser Weise sieht auch Albinus das Mädchen Margot verkehrt herum, nicht so, wie sie ist, weil er ihre bösen Absichten nicht erkennen kann und nicht einmal merkt, wie er verhöhnt wird.

Das Moskauer Zentrum für Dramaturgie und Regie, genannt: Werkstatt auf der Begowaja Nr. 6 ,
führt im Titel auch die Namen der russischen Dramatiker Alexej Kasanzew und Michail Roschtschin.

Beide sind Begründer dieses Theaterlaboratoriums, dass am Ender der Neunzigerjahre künstlerische Versuchsstätte für eine ganze Generation von jungen Regisseuren, Dramatikern und Bühnenbildnern wurde. Schon mit der Eröffnungspremiere von Judith, einem zeitgenössischen Stück von Jelena Isajewa in der Regie von Wadim Danziger, am 7. Dezember 1998 wurde das Laboratorium in der russischen Haupstadt als „offene Spielstätte“ zur Umsetzung neuer Theaterideen bekannt.

International viel gezeigte Inszenierungen wie Plastilin von Wasili Sigarew in der Regie von Kyrill Serebrennikow entstanden hier. Fast alle maßgeblichen jungen Stimmen des russischen Theaters haben im Zentrum für Dramaturgie und Regie gearbeitet. Eine ganze Generation von Theatererneuerern ist in den letzten Jahren hervorgegangen. Regisseure wie Kyrill Serebrennikow, Olga Subbotina, Wladimir Agejew. Dramatiker wie Wasili Sigarew, Xenia Dragunska, und die Gebrüder Olg und Wladimir.

Hier begann auch der bekannte Dramatiker Michail Ugarow selbst erfolgreich Regie zu führen. Er ist heute künstlerischer Leiter des Zentrums. Das Theaterlaboratorium arbeitet prinzipiell ohne kommerzielle Absichten und widmet seine Förderung ungewöhnlichen Projekten.

Das Zentrum verfügt über keine feste Schauspielertruppe. Verschiedene, sich ständig veränderne Künstlerkollektive finden in unterschiedlichen Arbeitskonstellationen zusammen. Inszenierungen wurden gezeigt in Deutschland, Frankreich, Polen, Litauen, Staaten des ehemaligen Jugoslawien, der Ukraine, Weißrussland, der Slowakei und Finnland.

Das Zentrum für Dramaturgie und Regie ist erstmalig mit zwei Studioarbeiten zu Gast am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Düsseldrorfer Schauspielhaus, Studio Central, Worringer Straße 140, 40210 Düsseldorf

7. Dezember, 19.30 Uhr