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RUS 2015 • OmdtU • Regie und Buch: Sergei Loznitsa • 74 Min.

August 1991. Einige Hardcore-Kommunisten putschen gegen die Reform-Politik Gorbatschovs. Sie setzen den Präsidenten fest, besetzen die staatlichen Radio- und Fernsehsender. Anstelle von Nachrichten senden sie permanent Tschaikowskis „Schwanensee“. Panzer umstellen den Roten Platz.
In Moskau versammeln sich die Massen ums Weiße Haus, bereit, die demokratische Opposition um Jelzin zu verteidigen. In Leningrad laufen Tausende von verängstigten und aufgeregten Menschen durch die Straßen, bauen Barrikaden. Der Putsch ist gescheitert. Das ist das Ende der 70-jährigen Herrschaft der Sowjets.
25 Jahre später zeichnet Sergei Loznitsa dieses Ereignis nach, das als Geburt der russischen Demokratie gilt. Was aber war die treibende Kraft hinter der Menge auf dem Schlossplatz in Leningrad? Sind wir Zeugen des Kollapses des Regimes oder seiner neuen Etikettierung? Wer sind die Menschen, die in die Kameras schauen: Sieger oder Besiegte?

„Wie schon bei "Maidan" gelingt dem Regisseur eine makellose künstlerische Inszenierung
[…]“ – Gonzalo Suárez, Cineuropa

„Wie alles in der Geschichte, ist Das Ereignis eine Aufzeichnung der verpassten Chancen,
aber mit seiner Schwarz-Weiß-Fotografie und Loznitsas Blick für einen Moment intimer Gedanken selbst im Strudel der Veränderung, ist dies ein fesselnder, nüchterner und elegischer Dokumentarfilm.“ – John Bleasdale, CineVue

Festivals und Awards:
22. Filmfestival Venedig, 2015, außerhalb des Wettbewerbs
Internationales Filmfestival Riga 2015, 1. Preis
DOK Leipzig 2015, Filmpreis Leipziger Ring